Wie muss er sein, der perfekte Mann?!

Oktober 2, 2009 um 10:36 vormittags | Veröffentlicht in Beziehung, Ehe, Leben, Liebe, Selbstbewusstsein | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , ,

Ich habe vor kurzem berichtet, wie sie sein muss – die perfekte Ehefrau. Kümmern wir uns heute doch einmal um den perfekten Mann. An sich. Meinetwegen auch ohne Ehe-.

Gestern zeigte Galileo einen Bericht darüber, was Frauen an Männern attraktiv finden und ob es so ein 90-60-90-Schema auch für die männlichen Wesen gibt. Aha. Nun, angeblich gibt es sowas tatsächlich. Der Mann schlechthin sollte nicht mehr als 10 cm größer sein als man selbst, einen flachen Bauch haben und am besten ein feminines Gesicht, da dies für Treue und Verständnis steht. Soso. Es ist doch immer wieder spannend, was man so herausfindet. Mit Realität hat das allerdings wenig zu tun…Mann

Mein Francis ist der perfekte Mann. Er ist 22 cm größer als ich, hat ein kleines Bäuchlein und nach weiblichen Gesichtszügen sucht man bei ihm vergebens. Für seine Größe hat er relativ kleine Füße, was wahrscheinlich auch wieder irgendwas bedeutet, und die Ohren sind auch nicht sonderlich groß. Forscher oder Psychologen würden wahrscheinlich sonstwas da hinein interpretieren. Nur was frau wirklich will, das taucht komischerweise in keiner dieser Studien auf…

Wenn Sie jetzt allerdings glauben, ich wäre die perfekte Frau, hach ja, das wäre schön. Nur leider nicht ganz richtig. Ich habe lange Haare. Große Augen. Große – Sie wissen schon. Aber damit hat sich’s auch. Meine Kilos unterstreichen meine Weiblichkeit nicht etwa mit einem Kugelschreiber, sondern eher mit einem breiten Marker. Ich bin nicht sonderlich groß und wenn ich müde bin, gleicht mein Gang eher eine Ente, als dem einer Gazelle. Blond bin ich auch nicht, für manche Männer ja schon ein Manko. Und ich habe verhältnismäßig große Füße. Des weiteren nagt der Zahn der Zeit gewaltig an meinem Äusseren, die Falten bahnen sich ihren Weg kontinuierlich durch Gesicht und Dekolleté. Ach ja, meine Nase, nun, sie ist etwas zu spitz geraten und ich muss immer aufpassen, dass ich Francis beim Küssen nicht aus Versehen mal ein Auge aussteche. Aber sonst – bin ich schön. Sagt Francis.

Was lernen wir also daraus? Ob wir jemanden attraktiv finden, ist die eine Sache, ob und warum wir jemanden lieben, eine ganz andere. Ich liebe Francis’ Bauch, ich liebe seine kleinen Füße und ich liebe die unzähligen Haare auf seiner Brust. Für mich ist er wirklich perfekt. Auch wenn ich länger darüber nachdenke, ich finde nichts, was ich nicht irgendwie süß finde. Das muss wohl Liebe sein, schätze ich.

Öffnen Sie also Ihre Augen und schauen sie vorbei an dem, was uns die Medien als wahre Schönheit verkaufen wollen. Wie schrieb schließlich einst Antoine de Saint-Exupéry: “Man sieht nur mit dem herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.”  Auch wenn dieses Zitat in jedem Poesiealbum mindestens einmal auftaucht, so hat es doch bis heute nicht an Wahrheit verloren.

Deine/Ihre/Eure

Zoey

Die perfekte Ehefrau

September 25, 2009 um 11:30 vormittags | Veröffentlicht in 50er Jahre, Beziehung, Ehe, Leben, Liebe | 2 Kommentare
Schlagwörter: , , , , ,

Wie sollte sie sein, die perfekte Ehefrau? Gibt es sie überhaupt? Passe ich in diese Rolle? Ich habe mir einmal ein paar Gedanken darüber gemacht und muss feststellen, dass ich zwar eine stolze, aber bei weitem nicht perfekte Ehefrau bin. Meine einzige Hoffnung ist, dass ich in diese neue Aufgabe erst noch hinein wachsen muss, aber ich habe berechtigte Zweifel, dass mir das gelingt.    perfekte frau

In den, von mir so geliebten, 50er-Jahren waren die Rollen klar verteilt: der Mann ging arbeiten und sein Weib blieb zuhause am Herd und kümmerte sich um die Kinder. Wenn der Göttergatte dann abends nach Hause kam, stand das Essen fertig auf dem Tisch, das Feierabendbier im Kühlschrank und die Puschen neben dem Sofa. Während der Mann den Kindern noch eine Gute-Nacht-Geschichte vorlas, um sich danach seiner wohlverdienten Zeitung zu widmen, stand Frau noch in der Küche, versorgte die Lebensmittel und machte noch schnell den Abwasch. Dabei sollte frau möglichst adrett aussehen, hübsch zurecht gemacht, um ihren Ehemann zu erfreuen. Ein Idyll. Heile Welt pur. Und irgendwie schön, das muss ich zugeben.

Bei uns, ein halbes Jahrhundert später, sieht das etwas anders aus. Gut, wohl eher grundlegend anders. Kinder haben wir noch nicht, daher entfällt schon einmal dieser Punkt. Momentan gehe ich arbeiten, Francis, mein Mann, bleibt zuhause. Somit ist er eigentlich die wahre Ehefrau, kocht, räumt auf und bringt den Müll raus. Nur die Sache mit dem Wäsche waschen, die überlässt er nach wie vor mir. Aus Sicherheitsgründen. Damit Farbe und Form der Kleidungsstücke erhalten bleiben und nicht aus einem XL-Pulli plötzlich ein 0-Size-Top wird. Aber ansonsten macht er sich ganz fabelhaft. Wenn ich nach Hause komme, steht schon ein frischer Kaffee auf dem Tisch und wenn ich mal ganz kaputt bin, lässt er mir ein heißes Bad ein. Er kümmert sich. Rührend. Mit viel Liebe.

Wer jetzt glaubt, mein Francis wäre ein Weichei, der Frau gehorchend und unterwürfig, der täuscht sich. Im Gegenteil. Wenn es darum geht, wer bei uns die Hosen anhat, so ist das nach wie vor er. Francis entscheidet, was gemacht wird, Francis stellt Regeln auf und Francis lässt sich oft genug nichts sagen – zumindest nicht von seinem angetrauten Weibsbild. Auch ein ganzer Kerl darf sich nicht zu schade für die niederen Arbeiten im Haushalt sein, egal, was Eva Herman dazu sagt. Ob das nun etwas mit Gleichberechtigung oder Emanzipation zu tun hat, wissen Sie, das ist mir herzlich egal. Es funktioniert. Der eine hilft dem anderen und umgekehrt. Wir sind füreinander da. Das ist die Hauptsache. Oder nicht?

Ich liebe meinen Mann. Dafür, dass er immer für mich da ist. Und dafür, dass ich für ihn da sein darf. Dafür, dass er wirklich ausgezeichnet kocht. Und dafür, dass er sich stundenlang mein Geschwätz über Arbeit, Kollegen und Erlebnisse des Tages anhört. Geduldig. Aufmerksam. Und teilweise sogar interessiert.

So ist mein Francis. Herzensgut, liebevoll und mit der chaotischsten Ehefrau der Welt gestraft. Ein toller Kerl. Wirklich.

Deine/Ihre/Eure

Zoey

Bloggen Sie auf WordPress.com. | Theme: Pool von Borja Fernandez.
Einträge und Kommentare Feeds.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.