Nur so ein Gefühl…
Oktober 19, 2009 um 10:46 nachmittags | Veröffentlicht in Beziehung, Ehe, Gefühl, Leben, Liebe, Selbstbewusstsein | 7 KommentareSchlagwörter: Ankommen, Eltern, Neu, Neuanfang, Umzug, Zuhause
Da sind wir. In unserer neuen “Wohnung”. Zusammen mit einer Matratze, 2 Rechnern, ein paar Kleidungsstücken und Vinzenz, meiner riesigen Stoffrobbe. Morgen kommen die Tiere nach und am kommenden Samstag gefühlte 2 Millionen Umzugskartons und natürlich die Möbel. Es soll ein Neuanfang werden. Wir tauschen 36 qm voller Dachschrägen gegen 90 qm mit Garten. Eigentlich sollte ich mich freuen. Eigentlich.
Im Grunde bin ich auch froh. Zum Beispiel darüber, endlich einmal wieder einen Kleiderschrank aufstellen zu können. Oder eine große Küche zu haben, in der man mit Freunden zusammen sitzen, gemeinsam kochen und stundenlang reden kann. Alles in Allem eine tolle Sache. Ein Wörtchen fehlt dabei allerdings noch. 4 Buchstaben, die meistens so etwas wie einen Haken versinnbildlichen. Wissen Sie, worauf ich hinaus will? Richtig, es ist das kleine, aber feine Wörtchen “ABER”.
Ich bin froh, hier zu sein, ABER es ist das Haus meiner Eltern. Getrennt nur durch eine Wand, leben wir nun Tür an Tür miteinander. In einem Haus, das eigentlich nicht für zwei Familien konzipiert ist. Wenn ich darüber nachdenke, empfinde ich so etwas wie Heimweh nach unserer kleinen, schäbigen Wohnung im Herzen der Stadt. Dort konnte ich sein, wie ich bin, meine Mutter kam nicht mal eben auf ein Käffchen vorbei und somit interessierte es auch niemanden, wenn mal wieder das Chaos gesiegt hatte. Es war unsere Höhle (im wahrsten Sinne, da dunkel und schrecklich eng), wir mussten auf Niemanden Rücksicht nehmen, wenn Sie wissen, was ich meine…
Das wird sich nun alles ein wenig ändern. Wir werden nicht mehr ganz so frei sein, müssen gewisse Regeln einhalten und uns daran gewöhnen, dass wir nicht mehr “nur für uns” leben. Für Francis ist es nicht so schwer, er sieht in erster Linie die positiven Dinge. Nur ich kann mich an den Gedanken nicht gewöhnen, nach Jahren des Umherziehens, wieder nach Hause zurückgekehrt zu sein. Es wird eine Weile brauchen, bis ich mich mit der neuen Situation arrangiert habe. Aber tief im Inneren bin ich mir sicher, dass ich das schaffen werde. Weil ich das Haus liebe, meine Eltern weiß Gott nicht die schlechtesten sind und weil es am Ende die Hauptsache ist, dass Francis und ich ein, lassen sie es mich einmal kitschig ausdrücken, Nest haben. Also alles halb so schlimm.
Aber komisch ist es doch…
Deine/Eure/Ihre
Zoey
Ich gehe! Oder?!
Oktober 9, 2009 um 8:28 nachmittags | Veröffentlicht in Gefühl, Leben, Liebe, Selbstbewusstsein | 8 KommentareSchlagwörter: Anfang, Arbeit, Ende, Job, Leidenschaft, Neuanfang, Unglück
Wissen Sie, manchmal kommt man an den Punkt, an dem man etwas Anderes machen muss. Nicht, weil man es so gern möchte, sondern weil einfach die Zeit dafür gekommen ist. So geht es mir. Eigentlich schon länger, aber wenn es um lebensverändernde Entscheidungen geht, schiebe ich sie nur allzu gern Ewigkeiten vor mir her.
Ich liebe meinen Job. Und wenn ich sage “liebe” dann meine ich das genau so. Es ist mehr Leidenschaft als Arbeit und trotzem ist es augenblicklich nicht gut für mich. Meine Motivation strebt, entgegen meiner sonstigen Einstellung, gegen null und wenn ich nach Feierabend nach Hause komme, bin ich froh, dass es vorbei ist. Was nicht daran liegt, dass ich den Job an sich nicht mag, sondern dass sich mein Arbeitsumfeld in den letzten Jahren drastisch verändert hat. 
Mein bester Freund sagte gestern zu mir: wenn Du weiterkommen willst, musst Du gehen. Leider hat er recht. Ich habe in den vier Jahren, die ich nun dort bin, alles mitgemacht: ich war fast nie krank, stets zuverlässig und pünktlich und habe mir eine Menge Beine ausgerissen, um zu zeigen, dass ich mit Ehrgeiz und Liebe meine Arbeit erfülle. Allerdings bin ich in der Hierarchie so weit unten angesiedelt, dass das niemand merkt. Somit wird es auch nicht wirklich jemanden dort interessieren, wenn ich unglücklich bin. Dass ich mehr leisten kann, weiß niemand. Interne Bewerbungen landen im Müll, noch bevor sie überhaupt gelesen werden. So ist das.
Also muss ich, zumindest für eine Weile, diesen Ort verlassen. Schweren Herzens. Denn dort sind meine Wurzeln, ich habe Erfahrungen sammeln und Freunde finden können. Ich lasse nicht nur sie, sondern auch einen Teil meines Herzens dort zurück. Ich werde auch nicht ganz gehen, nur ein bisschen. Aber ich brauche jetzt ein wenig Abstand. Um mich selbst beruflich wieder zu finden und um vielleicht an einem anderen Ort mehr leisten zu dürfen. Dann werde ich, gestärkt durch neue Erfahrungen und Fähigkeiten, vielleicht wieder ganz zurück kehren. Wenn ich ehrlich bin, glaube ich das zwar nicht, aber man weiß ja nie.
Eine liebe Freundin und ehemalige Kollegin von mir ist diesen Schritt vor Kurzem bereits gegangen. Mit allen Konsequenzen. Und sie hat es bis heute nicht bereut. Ich werde es nicht nur einmal bereuen, soviel ist sicher. Aber wenn ich es jetzt nicht schaffe, dann schaffe ich es nie.
Drücken Sie mir die Daumen, ich muss jetzt ganz stark sein!
Deine//Eure/Ihre
Zoey
Way back home
Oktober 1, 2009 um 11:26 vormittags | Veröffentlicht in Beziehung, Ehe, Leben, Liebe | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Herbst, Neuanfang, Spießer, Umzug, Wohnung, Zuhause
Alles ist grau. Regen prasselt gegen die Fensterscheibe. Und sonderlich warm ist es auch nicht mehr. Der Herbst scheint angekommen zu sein.
Anstatt uns mit einer Tasse heißen Kakaos vor den Fernseher zu setzten und es uns einfach gemütlich zu machen, sind wir im Kampfeinsatz. Unsere Gegner: unzählige Bücher, Deko-Zeugs (das sowieso niemand braucht) und Tonnen von Küchenuntensilien. All das gilt es in den nächsten Tagen einzufangen und sicher in Kisten, Säcken und Koffern zu verstauen. “Alles muss raus!” – so lautet unser Motto. Eine gute Gelegenheit, um die grüne Holzschale meiner Oma und die scheussliche Art-Deco-Kerze im Müll verschwinden zu lassen. Ist halt beim Umzug kaputt gegangen. Schade.
In ein paar Tagen geht es zurück in mein Elternhaus. Dort haben wir dann eine eigene Wohnung, 90 qm, mit großem Garten und Terasse. Es soll unser Zufluchtsort werden, ein Platz der Ruhe und Geborgenheit. Und wir wollen mit finanziellen Hilfen dafür sorgen, dass mein Vater Heizung etc. bezahlen kann, damit das Haus noch ein wenig länger in Familienbesitz bleibt.
Einfach wird das Ganze nicht. Mit den eigenen Eltern unter einem Dach zu wohnen – das ist schon eine Herausforderung. Komischerweise habe ich größere Probleme damit, als mein Mann Francis. Der sieht das ganz locker und freut sich auf den Neuanfang. Aber es müssen Regeln aufgestellt werden, die beide Seiten befolgen sollten. Ansonsten funktioniert es nicht. Es wird also, gewissermaßen, ein Experiment. 4 Menschen, ein Hund, eine Katze, ein Kaninchen und 2 Vögel nehmen die Herausforderung an und werden versuchen, das Beste daraus zu machen.
Grundvoraussetzung für den Umzug war die Umstellung der elterlichen Internetleitung. Meine Mutter gurkt mit 2 Mbit/s durch das WorldWideWeb. Für uns Hardcore-Zocker definitiv zu wenig, da muss noch etwas aufgestockt werden. Aber das ist gottseidank eines der kleineren Probleme. Viel schlimmer ist die Tatsache, dass 90 qm erst einamal sauber gehalten und der Garten gepflegt werden müssen. Wenn uns das allein nicht schon zu Spießern macht, dann weiß ich es auch nicht.
So langsam, mit jedem neuen gepackten Karton, freue ich mich auch ein wenig. Endlich raus aus der kleinen Bude, die 3 Jahre lang unser Zuhause gewesen ist. Nie wieder undichte Fenster, die markerschütternde Stimme der Nachbarsfrau oder 4 Stockwerke, die jeden Einkauf zur Besteigung des Mount Everest werden lassen. Es kann nur besser werden. Man muss zumindest daran glauben.
Deine/Eure/Ihre
Zoey
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