Way back home
Oktober 1, 2009 um 11:26 vormittags | Veröffentlicht in Beziehung, Ehe, Leben, Liebe | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Herbst, Neuanfang, Spießer, Umzug, Wohnung, Zuhause
Alles ist grau. Regen prasselt gegen die Fensterscheibe. Und sonderlich warm ist es auch nicht mehr. Der Herbst scheint angekommen zu sein.
Anstatt uns mit einer Tasse heißen Kakaos vor den Fernseher zu setzten und es uns einfach gemütlich zu machen, sind wir im Kampfeinsatz. Unsere Gegner: unzählige Bücher, Deko-Zeugs (das sowieso niemand braucht) und Tonnen von Küchenuntensilien. All das gilt es in den nächsten Tagen einzufangen und sicher in Kisten, Säcken und Koffern zu verstauen. “Alles muss raus!” – so lautet unser Motto. Eine gute Gelegenheit, um die grüne Holzschale meiner Oma und die scheussliche Art-Deco-Kerze im Müll verschwinden zu lassen. Ist halt beim Umzug kaputt gegangen. Schade.
In ein paar Tagen geht es zurück in mein Elternhaus. Dort haben wir dann eine eigene Wohnung, 90 qm, mit großem Garten und Terasse. Es soll unser Zufluchtsort werden, ein Platz der Ruhe und Geborgenheit. Und wir wollen mit finanziellen Hilfen dafür sorgen, dass mein Vater Heizung etc. bezahlen kann, damit das Haus noch ein wenig länger in Familienbesitz bleibt.
Einfach wird das Ganze nicht. Mit den eigenen Eltern unter einem Dach zu wohnen – das ist schon eine Herausforderung. Komischerweise habe ich größere Probleme damit, als mein Mann Francis. Der sieht das ganz locker und freut sich auf den Neuanfang. Aber es müssen Regeln aufgestellt werden, die beide Seiten befolgen sollten. Ansonsten funktioniert es nicht. Es wird also, gewissermaßen, ein Experiment. 4 Menschen, ein Hund, eine Katze, ein Kaninchen und 2 Vögel nehmen die Herausforderung an und werden versuchen, das Beste daraus zu machen.
Grundvoraussetzung für den Umzug war die Umstellung der elterlichen Internetleitung. Meine Mutter gurkt mit 2 Mbit/s durch das WorldWideWeb. Für uns Hardcore-Zocker definitiv zu wenig, da muss noch etwas aufgestockt werden. Aber das ist gottseidank eines der kleineren Probleme. Viel schlimmer ist die Tatsache, dass 90 qm erst einamal sauber gehalten und der Garten gepflegt werden müssen. Wenn uns das allein nicht schon zu Spießern macht, dann weiß ich es auch nicht.
So langsam, mit jedem neuen gepackten Karton, freue ich mich auch ein wenig. Endlich raus aus der kleinen Bude, die 3 Jahre lang unser Zuhause gewesen ist. Nie wieder undichte Fenster, die markerschütternde Stimme der Nachbarsfrau oder 4 Stockwerke, die jeden Einkauf zur Besteigung des Mount Everest werden lassen. Es kann nur besser werden. Man muss zumindest daran glauben.
Deine/Eure/Ihre
Zoey
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