Unvorbereitete Blamage

November 11, 2009 um 12:20 pm | Veröffentlicht in Gefühl, Leben, Selbstbewusstsein | 1 Kommentar
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Müde. Das beschreibt meine gegenwärtige Lage wohl am besten. In der neuen Wohnung regiert das Chaos. Wir leben jetzt schon über zwei Wochen zwischen Umzugskartons, verstreuten Möbelteilen und Kleidersäcken. Man kommt zu nichts. Nur das Bett und die Rechner stehen schon so ungefähr da, wo sie später auch bleiben sollen. Alles geht nur schleppend voran, die meiste Zeit bin ich nicht zuhause. Aber Arbeit muss nunmal sein, auch wenn mir 1000 bessere Dinge einfallen würden. Und wenn man dann spät am Abend endlich im Zug richtung Heimat sitzt, denkt man an alles, nur nicht daran, Kartons auszupacken  oder ein Regal aufzubauen. Wenn das so weitergeht (und das wird es), sind wir in zehn Jahren noch nicht fertig. Demotivierend. Aber es gibt Schlimmeres.

Mit der Arbeit ist das sowieso so eine Sache. Vormittags und Nachmittags ist es körperlich anstrengend, abends dann wird es dann geistig höchst anspruchsvoll. So auch am Montag. Normalerweise ca. 30 Kollegen, waren wir an diesem Abend  nur 9. In vier Gruppen unterteilt, befanden sich in meiner gerade mal 2. Inklusive mir. Großartig. Ich hatte es im Vorfeld schon geahnt und meine schlimmsten Befürchtungen sollten sich bewahrheiten. derMeine Kollegin war leicht angeschlagen und konnte somit keine Höchstleistung erbringen. Da saß ich nun, hatte mich nicht, bzw. nicht gut genug, vorbereitet und musste etwas tun, was ich noch nie zuvor gemacht hatte. Ja, es war eine Blamage. Und mein Chef war – nun, ich nenne es mal – leicht gereizt. Er schüttelte wieder und wieder den Kopf und murmelte Sätze wie “So geht das nicht” oder “Wenn Ihr das schaffen wollt, müsst Ihr lernen” vor sich hin. Leider hat er recht. Ich war mir meiner Schuld durchaus bewusst, trotzdem saß ich da, wie ein Häufchen Elend, mit hochrotem Kopf.

Aber dann habe ich es einfach getan. Motiviert durch unseren (also Francis’ und meinen) besten Freund, der in diesem Moment in ähnlicher Situation steckte, nahm ich all meinen Mut zusammen und kämpfte. Verstecken geht bei zwei Leuten sowieso schlecht, also versuchte ich, durch Lernwillen, Konzentration und Mut (zu Fehlern) zu überzeugen. Und es hat funktioniert. Nicht perfekt, aber ich konnte den drohenden Super-GAU gerade noch abwenden. Am Ende hat es sogar Spaß gemacht. Und ich war stolz. Stolz, es überlebt und einigermaßen gemeistert zu haben. Schönes Gefühl. Wirklich.

Was sagt uns das? Gehe nie unvorbereitet irgendwo hin. Es kann klappen, muss aber nicht. Ich werde mich jetzt mal auf die Suche nach meinem inneren Schweinehund machen und ihm mit Disziplin ein wenig Angst einjagen. Damit so etwas nie wieder vorkommt.

Deine/Eure/Ihre

Zoey

1 Kommentar »

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  1. Sie lebt, sie lebt…

    Und nun immer schön eine Kiste nach der anderen.
    Und zum Lernen sag ich, geht doch, fein gemacht und weiter so. Kannst stolz auf dich sein und das mit dem Vorbereitet-Sein wird auch werden. Nieder dem inneren Schweinehund!

    Liebe Grüße, Lies von Lott.


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