Stöckchen voller (Pseudo-)Weisheiten

Dezember 15, 2009 at 1:02 | In Beziehung, Ehe, Gefühl, Leben, Liebe, Selbstbewusstsein | Leave a Comment
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Dieses wundervolle Stöckchen habe ich von der noch wundervolleren Kittynn zugeworfen bekommen:

Vervollständige folgenden Sätze:

  • Das Leben ist… da, um es mit Anderen zu teilen.
  • Sterben müssen heißt… die Hoffnung nicht zu verlieren, dass es danach weitergeht. In welcher Form auch immer.
  • Menschen können…Dein Leben verändern. Positiv, wie auch negativ.
  • Menschen sollten… einander achten, egal welcher Hautfarbe, Religion oder Position sie angehören. Ein Wunschtraum.
  • Die Welt braucht… mal Urlaub.
  • Das Wichtigste im Leben ist… die Liebe (natürlich), die Freundschaft und die Musik.
  • Unwichtig ist… Boris Becker.
  • Vergangenheit ist… eine Menge an Erfahrungen, Erinnerungen und Abschieden.
  • Zukunft bedeutet… weiterhin an Großes zu glauben und mit meinem Francis steinalt zu werden.
  • Zeit ist… genug da. Und trotzdem fehlt sie mir manchmal.
  • Liebe ist… das Gefühl des Angekommen-Seins.
  • Freunde haben ist… lebensnotwendig und echt cool :-)
  • Glück ist… ein kurzer Moment, der jeden Tag darauf wartet, entdeckt zu werden.
  • Gefühle sind… bei mir sehr stark ausgeprägt.
  • Konflikte bedeuten… oh…naja…dass man sie lösen sollte vielleicht? Klappt leider nicht allzu oft.
  • Hoffnung ist… das, was mich jeden Tag aufstehen lässt.
  • Glauben können ist… etwas Wunderbares. Egal, ob an irgendeinen Gott, oder sich selbst.
  • Träume sind… dazu da, erfüllt zu werden.
  • Veränderung bedeutet… dass man lebt.
  • Stagnation bedeutet… Hilflosigkeit und Verzweiflung.
  • Ich brauche… ein schwarzes, langes Abendkleid.
  • Angst habe ich vor…Spinnen und Bäumen in Computerspielen, tiefem Wasser und Wendeltreppen in Kirchtürmen.
  • Mut bedeutet… sich mit voller Überzeugung den Ängsten zu stellen.
  • Das Allerschwerste ist… Mut aufzubringen oder das Weihnachtsoratorium von Bach singen zu müssen.
  • Es ist so leicht… nicht die zu sein, die man wirklich ist.
  • Verlieren bedeutet… Abschied. Es sei denn, es handelt sich um die Fassung.
  • Gewinnen heißt… sich einen kurzen Augenblick gut zu fühlen. Funktioniert aber nur, wenn die Anderen sich darüber freuen können.
  • Perfekt sein bedeutet… Dieses Wort existiert nicht!
  • Versagen bedeutet… ein ziemlich dummes Gefühl aushalten zu müssen, bevor man zu neuen Taten aufbrechen kann.
  • Verlust ist… schmerzhaft und erscheint manchmal sinnlos.
  • Schmerz ist… wichtig, aber nicht so toll.
  • Arbeiten bedeutet… Geld verdienen. Für mich bedeutet es, einen Augenblich nicht mehr ich selbst sein zu müssen.
  • Leistung ist… etwas, das mehr gewürdigt werden sollte.
  • Stärke ist… Menschen, die man eigentlich zum Kotzen findet, ein Kompliment für ihre Leistung auszusprechen.
  • Phantasie kann… die tollsten Dinge hervorbringen. Ohne sie könnte ich weder arbeiten, noch sein.
  • Kreativität ist… neben der Liebe der Mittelpunkt meines Lebens.
  • Menschen, die andere nach ihrem Bild formen wollen… sind in meinem Fall Regisseure, die es mal mehr, mal weniger gut machen.
  • Gesundheit für meine Lieben… wünsche ich mir. Wer würde das nicht?!
  • Gerechtigkeit… ist nicht existent.

Ich werde mich jetzt mal mit Bach zusammen setzen. Bis bald!!!

Deine/Eure/Ihre

Zoey

Wenn Wege sich trennen

Dezember 10, 2009 at 11:51 | In Beziehung, Ehe, Gefühl, Leben, Liebe | 3 Comments
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Wie fängt man am Besten an, wenn man eine Weile fort war?  „Ich bin wieder da“ oder „Entschuldigen Sie meine längere Abwesenheit“? Ich bin mir nicht sicher, welcher der elegantere Weg ist, aber ich freue mich, sagen zu können, ab jetzt wieder gern und regelmäßig hier sein zu können. Soviel zu den Formalien. Sie möchten eine Erklärung? Natürlich.

Also:

Die letzten Wochen waren, gelinde ausgedrückt, etwas turbulent. Es sind unvorhergesehene Dinge passiert und das Ganze wurde dann noch unterstrichen von jeder Menge Arbeit und Lernerei.  Zwischenzeitlich wusste ich gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Ein absolutes Durcheinander.

Während ich also im Job etwas mehr eingespannt war (und bin) als sonst, nahm das Leben keine Rücksicht auf meinen Zeitmangel und nahm mir einen lieben Menschen. Genauer gesagt meine Oma. Sie verstarb ganz plötzlich. Völlig unerwartet für alle Beteiligten. Am Abend zuvor waren wir noch bei ihr gewesen, hatten zusammen Klavier gespielt, Tee getrunken und von alten Zeiten geredet – am nächsten Morgen war sie nicht mehr da. Sie ist am frühen Morgen einfach von uns gegangen, im Schlaf.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Wir sollten dankbar sein für diese Art von Tod. Sie war nicht krank, sie hat nicht gelitten. Und sie wollte, nach einem langen, erfüllten Leben, endlich loslassen und sich auf den Weg zu ihrem geliebten Mann machen. Und genau das hat sie getan. Einfach so. Weil sie es eben wollte.

Nun habe ich keine Oma mehr. Irgendwie fühlt man sich im ersten Moment total allein, auch wenn man das nicht ist. Man versucht, sich abzulenken, was bei der Menge an Arbeit auch eigentlich kein Problem darstellen sollte.  Aber es gibt da eine Sache, etwas, das sie und mich verband: die Liebe zur Musik. Als wir am Abend vor ihrem Tod zusammen am Klavier saßen, bat sie mich, ein Stück aus La Traviata zu singen, der Oper, für die ich momentan lerne. Sie wollte es wieder und wieder hören und ich musste ein ums andere mal zu meinen Noten greifen und für sie singen. Darüber hat sie sich gefreut und ihre Augen strahlten. Diesen Moment werde ich, solange ich mit dieser Oper auf der Bühne stehe – und noch weit darüber hinaus – nie vergessen. Auch wenn es mich eine Menge Kraft kostet, mir bei diesem Stück während der Proben nichts anmerken zu lassen. Wenn der Regisseur diese Szene mit uns durchgeht, merke ich, dass ich Angst davor habe. Angst vor einem lustigen, beschwingten Lied, bei dem mir die Tränen kommen könnten. Während ich pure Lebensfreude spielen muss, denke ich zurück an den Moment, wo ich mit meiner Oma vor dem Klavier saß. Dann bin ich traurig und glücklich zugleich. Traurig, weil sie nicht mehr da ist und glücklich, weil ich ihr noch einmal einen Moment der Freude schenken konnte.

Ich werde meine Arbeit bei „La Traviata“ meiner Oma widmen. Weil sie diese Oper mochte. Weil ich weiß, dass sie stolz auf mich gewesen wäre. Und weil ich mir denke, dass sie vielleicht von oben zuschaut.

Godiamo, la tazza e il cantico la notte abbella e il riso; in questo paradiso ne sopra il nuovo dì.

Deine/Eure/Ihre

Zoey

Nachtrag: Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an meinen Mann Francis, der mich in der Zeit der Trauer aufgefangen, beschützt und alles getan hat, damit es mir wieder besser geht. Du bist wirklich ein wundervoller Mann. Ich liebe Dich.

Unvorbereitete Blamage

November 11, 2009 at 12:20 | In Gefühl, Leben, Selbstbewusstsein | 1 Comment
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Müde. Das beschreibt meine gegenwärtige Lage wohl am besten. In der neuen Wohnung regiert das Chaos. Wir leben jetzt schon über zwei Wochen zwischen Umzugskartons, verstreuten Möbelteilen und Kleidersäcken. Man kommt zu nichts. Nur das Bett und die Rechner stehen schon so ungefähr da, wo sie später auch bleiben sollen. Alles geht nur schleppend voran, die meiste Zeit bin ich nicht zuhause. Aber Arbeit muss nunmal sein, auch wenn mir 1000 bessere Dinge einfallen würden. Und wenn man dann spät am Abend endlich im Zug richtung Heimat sitzt, denkt man an alles, nur nicht daran, Kartons auszupacken  oder ein Regal aufzubauen. Wenn das so weitergeht (und das wird es), sind wir in zehn Jahren noch nicht fertig. Demotivierend. Aber es gibt Schlimmeres.

Mit der Arbeit ist das sowieso so eine Sache. Vormittags und Nachmittags ist es körperlich anstrengend, abends dann wird es dann geistig höchst anspruchsvoll. So auch am Montag. Normalerweise ca. 30 Kollegen, waren wir an diesem Abend  nur 9. In vier Gruppen unterteilt, befanden sich in meiner gerade mal 2. Inklusive mir. Großartig. Ich hatte es im Vorfeld schon geahnt und meine schlimmsten Befürchtungen sollten sich bewahrheiten. derMeine Kollegin war leicht angeschlagen und konnte somit keine Höchstleistung erbringen. Da saß ich nun, hatte mich nicht, bzw. nicht gut genug, vorbereitet und musste etwas tun, was ich noch nie zuvor gemacht hatte. Ja, es war eine Blamage. Und mein Chef war – nun, ich nenne es mal – leicht gereizt. Er schüttelte wieder und wieder den Kopf und murmelte Sätze wie „So geht das nicht“ oder „Wenn Ihr das schaffen wollt, müsst Ihr lernen“ vor sich hin. Leider hat er recht. Ich war mir meiner Schuld durchaus bewusst, trotzdem saß ich da, wie ein Häufchen Elend, mit hochrotem Kopf.

Aber dann habe ich es einfach getan. Motiviert durch unseren (also Francis’ und meinen) besten Freund, der in diesem Moment in ähnlicher Situation steckte, nahm ich all meinen Mut zusammen und kämpfte. Verstecken geht bei zwei Leuten sowieso schlecht, also versuchte ich, durch Lernwillen, Konzentration und Mut (zu Fehlern) zu überzeugen. Und es hat funktioniert. Nicht perfekt, aber ich konnte den drohenden Super-GAU gerade noch abwenden. Am Ende hat es sogar Spaß gemacht. Und ich war stolz. Stolz, es überlebt und einigermaßen gemeistert zu haben. Schönes Gefühl. Wirklich.

Was sagt uns das? Gehe nie unvorbereitet irgendwo hin. Es kann klappen, muss aber nicht. Ich werde mich jetzt mal auf die Suche nach meinem inneren Schweinehund machen und ihm mit Disziplin ein wenig Angst einjagen. Damit so etwas nie wieder vorkommt.

Deine/Eure/Ihre

Zoey

Die Frau mit dem Palituch

November 4, 2009 at 4:46 | In Gefühl, Politik, Selbstbewusstsein | 2 Comments
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Heute lernen Sie mich einmal von meiner ‘dunklen’ Seite kennen. Schließlich habe ich mir zu Beginn dieses Blogs vorgenommen, nicht mehr lieb zu sein. Ich muss jetzt mal Dampf ablassen. Weil es hier besser ist, als sonstwo.

Ja, ich bin wütend. Auf ein Frau. Eine Kollegin, um genau zu sein. Folgende Szene passierte vor einiger Zeit:

Ich kam zur Arbeit, es war recht kühl, und ich hatte mein schwarz-weißes Palästinensertuch fest um meinen Hals geschlungen (ist so eine Marotte, wenn ich nur einen leichten Windhauch spüre, greife ich zum nächstbesten Tuch, Schal o.ä., der Stimme wegen). Frau ‘Carogna’ (sie heißt natürlich nicht wirklich so, aber ich finde das jetzt irgendwie passend…) blickte mich schon an der Tür missbilligend an und zog ihre eh schon hängenden Mundwinkel förmlich bis zu den Knien. Sie rollte furchterregend mit den Augen, bevor sie ein abfälliges „Also ICH würde das ja nicht anziehen!“ hervorstieß. Aha. Was würdest DU nicht anziehen, hm? Ich muss sie ziemlich ratlos angesehen haben, denn sie kam gleich ein paar Schritte näher, um mir ihr Entsetzen zu erklären: „Ich habe meinen Kindern verboten, solche Tücher zu tragen.“ Schön für Deine Kinder. „Die Nazis tragen sowas.“  Aha.pa

Nun, ich habe zwar noch keinen glatzköpfigen Deppen mit Springerstiefeln, Bomberjacke und eben diesem Tuch gesehen, aber laut Wikipedia hat Frau C. da durchaus recht. Scheinbar ist das Palästinensertuch nicht nur ein Modeaccessoire und ein Symbol der linken Szene, nein, auch den Rechten gefällt’s. Sei’s drum. Ich war jetzt eben die Dumme. Weil ich es gewagt hatte, mir in völliger Unwissenheit so ein Tuch umzubinden. Nun bin ich schlauer.

Natürlich müsste ich ihr dankbar sein. Sie will ja nur mein Bestes. Könnte ja sein, dass mich Jemand, aufgrund meiner „Halsbekleidung“ als Nazi abstempelt. Und das würde sie ja sicher nicht wollen. Sie doch nicht. Nein. In Wahrheit wünscht sie mir die Pest an den Hals. Jede Möglichkeit, mich zu maßregeln, zu bevormunden und mich vor anderen Menschen bloßzustellen, nimmt sie wahr und man kann richtig fühlen, wie sie es genießt. Und was tue ich? Ich denke, Sie wissen was kommt: NICHTS!

Ich verrate Ihnen auch gern, warum: weil sie mir irgendwie leid tut. Sie ist mitte 40, hat einen Pantoffelhelden als Ehemann, der immer nur stumm hinter ihr herdackelt, bemalt ihre Jeans mit bunten Streifen, um  aufzufallen und flirtet mit allem, was irgendwie südländisch aussieht. Dabei tut sie so, als wüsste sie alles, könnte alles und hätte eine Ausstrahlung, die Männer magisch anzieht. In Wirklichkeit scheint sie unglücklich zu sein, mit ihrem Leben, ihrem Job und mit sich selbst. Positive Aussagen hört man von ihr nur höchst selten. Es sei denn, es geht um sie selbst. Dann erstrahlt sie in vollem Selbstbewusstsein und lächelt milde für ihre Untertanen.

Da ich aber nun, wie schon erwähnt, beschlossen habe, nicht mehr lieb zu sein, werde ich genau jetzt das Wort ‘Mitleid’ in diesem Zusammenhang aus meinem Wortschatz streichen. Frau C. ist und bleibt eine dumme, arrogante Pute, die verdammt noch mal für ihr Leben selbst verantwortlich ist, wie jeder andere Mensch auch und nicht ständig versuchen muss, sich durch dämliche Klugscheißerei besser zu fühlen. Ich für meinen Teil werde weiterhin mein schönes, warmes Palästinensertuch tragen (welches übrigens aus Israel stammt)  und mich dabei keineswegs, nur, weil es ein paar dumme Menschen für sich entdeckt haben, der rechten Szene zugehörig fühlen. Denn dann wären viele Punks, Emos, Türken, Italiener, Deutsche…die halbe Welt ja rechtsradikal. Und das nur, weil sie ein kariertes Tuch tragen. Is klar, ne?

Deine/Eure/Ihre

Zoey

Die andere Seite

Oktober 21, 2009 at 10:14 | In Beziehung, Ehe, Gefühl, Leben, Liebe, Selbstbewusstsein | 4 Comments
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Im Grunde bin ich ein trauriger Mensch. Irgendwie. Ein bißchen. Melancholisch bin ich auch, aber traurig eben noch ein wenig mehr. Nicht immer. Aber oft. Nicht leicht für mich und auch nicht für Andere.

Es gibt Tage, da sitze ich einfach nur da. Gedankenversunken nehme ich kaum wahr, wenn Jemand mit mir spricht. Momente, in denen mich die Vergangenheit einholt, mich wieder und wieder mit den verschiedensten Lebenssituationen konfrontiert. Dann werde ich traurig. Einfach so. Weil es eben so war bzw. ist. In diesen Augenblicken frage ich mich weder, wie es überhaupt so weit kommen konnte, noch warum ich nichts daran geändert habe. Die Erinnerungen kommen, und sie gehen auch wieder. Sie gehören zu mir. Wie eine zweite Haut, die auf ewig mit dem Körper verbunden zu sein scheint.augen

Dabei habe ich nicht nur negative Gedanken. Viele sind inzwischen neutral, zumindest fühlt es sich so an. Und doch bergen alle Situationen, die mir in einem stillen Moment durch den Kopf gehen, Tragik, Schmerz, Verlust, Enttäuschung und Scham. Das einzig Gute ist, dass sie im Laufe der Jahre verblasst sind, ich ihnen kaum noch Tränen schenke. Indem ich darüber nachdenke, habe ich begonnen, all das Vergangene zu verarbeiten. Ein gutes Gefühl. Aber manchmal braucht es, auch heute, nur einen kleinen Windhauch, ein kurzes Geräusch, was bewirkt, dass ich wieder traurig bin. So, wie damals. Vor einem Jahr. Vor fünf Jahren. Oder vor zehn. Sie werden nie verschwinden, und genau daran muss ich mich gewöhnen. Stück für Stück. Aufgeben gilt nicht.

Bei all der Traurigkeit, die mich ab und zu umgibt, kann ich auch sehr glücklich sein. Es sind die kleinen Dinge, die mich berühren und ein Gefühl der Zufriedenheit, ja, sogar des Glücks auslösen können:

Vor ein paar Wochen waren Francis und ich auf dem Land. Blumen pflücken. Dort, am Rand des Feldes, standen Kühe auf einer Obstwiese. Eine braun-weiße und viele schwarz-weiße Kühe. Manche lagen faul im Gras, andere versuchten, die Äpfel von den Bäumen zu pflücken, wieder andere kamen neugierig, wie diese Tiere nunmal sind, zu uns an den Zaun. Ich war lange nicht mehr auf dem Land. Als ich die Kuh streichelte, kamen sie zurück: Erinnerungen an meine Kindheit, den Bauernhof, die wundervolle Zeit, die ich zwischen Pferdemist und Heuernte verbrachte. In diesem Moment verspürte ich tiefes, echtes Glück.

Und wenn ich jetzt an diese Situation denke, an die großen, braunen Augen der Kuh und wie ihr Fell sich unter meinen Händen anfühlte – dann, ja, dann bin ich wieder glücklich. Ich lächle. Weil solche Momente einfach schön sind. Und davon habe ich gottseidank eine ganze Menge.

Deine/Eure/Ihre

Zoey

Nur so ein Gefühl…

Oktober 19, 2009 at 10:46 | In Beziehung, Ehe, Gefühl, Leben, Liebe, Selbstbewusstsein | 7 Comments
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Da sind wir. In unserer neuen „Wohnung“. Zusammen mit einer Matratze, 2 Rechnern, ein paar Kleidungsstücken und Vinzenz, meiner riesigen Stoffrobbe. Morgen kommen die Tiere nach und am kommenden Samstag gefühlte 2 Millionen Umzugskartons und natürlich die Möbel. Es soll ein Neuanfang werden. Wir tauschen 36 qm voller Dachschrägen gegen 90 qm mit Garten. Eigentlich sollte ich mich freuen. Eigentlich.

Im Grunde bin ich auch froh. Zum Beispiel darüber, endlich einmal wieder einen Kleiderschrank aufstellen zu können. Oder eine große Küche zu haben, in der man mit Freunden zusammen sitzen, gemeinsam kochen und stundenlang reden kann. Alles in Allem eine tolle Sache. Ein Wörtchen fehlt dabei allerdings noch. 4 Buchstaben, die meistens so etwas wie einen Haken versinnbildlichen. Wissen Sie, worauf ich hinaus will? Richtig, es ist das kleine, aber feine Wörtchen „ABER“.Haus2

Ich bin froh, hier zu sein, ABER es ist das Haus meiner Eltern. Getrennt nur durch eine Wand, leben wir nun Tür an Tür miteinander. In einem Haus, das eigentlich nicht für zwei Familien konzipiert ist. Wenn ich darüber nachdenke, empfinde ich so etwas wie Heimweh nach unserer kleinen, schäbigen Wohnung im Herzen der Stadt. Dort konnte ich sein, wie ich bin, meine Mutter kam nicht mal eben auf ein Käffchen vorbei und somit interessierte es auch niemanden, wenn mal wieder das Chaos gesiegt hatte. Es war unsere Höhle (im wahrsten Sinne, da dunkel und schrecklich eng), wir mussten auf Niemanden Rücksicht nehmen, wenn Sie wissen, was ich meine…

Das wird sich nun alles ein wenig ändern. Wir werden nicht mehr ganz so frei sein, müssen gewisse Regeln einhalten und uns daran gewöhnen, dass wir nicht mehr „nur für uns“ leben. Für Francis ist es nicht so schwer, er sieht in erster Linie die positiven Dinge. Nur ich kann mich an den Gedanken nicht gewöhnen, nach Jahren des Umherziehens, wieder nach Hause zurückgekehrt zu sein. Es wird eine Weile brauchen, bis ich mich mit der neuen Situation arrangiert habe. Aber tief im Inneren bin ich mir sicher, dass ich das schaffen werde. Weil ich das Haus liebe, meine Eltern weiß Gott nicht die schlechtesten sind und weil es am Ende die Hauptsache ist, dass Francis und ich ein, lassen sie es mich einmal kitschig ausdrücken, Nest haben. Also alles halb so schlimm.

Aber komisch ist es doch…

Deine/Eure/Ihre

Zoey

Kein Schwiegermonster

Oktober 14, 2009 at 9:29 | In Beziehung, Ehe, Gefühl, Leben, Liebe, Selbstbewusstsein | 4 Comments

Kommen wir doch zur Abwechslung einmal auf die Familie zu sprechen. Mitunter ein heikles Thema. So auch bei uns.

Seit unserer Hochzeit hat mein lieber Francis kein Wort mehr von seinen Eltern gehört. Dem ganzen Schlamassel waren wochenlange Diskussionen vorausgegangen, ob und wer denn letztendlich zu dem Fest eingeladen werden solle. Die Eltern hatten da etwas andere Vorstellungen als mein Mann, man konnte sich nicht einigen und so kam es dann zu dem Zerwürfnis. Keine schöne Sache, wenn man bedenkt, dass Francis am schönsten Tag in seinem Leben so ziemlich alleine war. mama

Aber jetzt hat er ja eine neue Mutter. Nämlich meine. Wer dahinter jetzt ein „Schwiegermonster“ vermutet, der irrt. Meine Mum liebt Francis. Sie legt sehr großen Wert auf seine Meinung, wenn ich allein nach Hause fahre, wird zuallererst nach ihm gefragt und ständig wird mir mitgeteilt, was ich doch für einen tollen Mann habe, als ob ich das nicht selbst schon längst wüsste. Ich glaube, sie versucht für ihn die Mutter zu sein, die er niemals hatte. Liebevoll, aufmerksam und voll des Lobes. Das war allerdings nicht immer so. Während mein Vater recht schnell mit Francis warm wurde, musste meine Mum erst einmal überzeugt werden. Sie ist da schon sehr konservativ, möchte, wie alle Eltern, nur das beste für ihre Tochter. Und Francis hat sich nicht immer mit Ruhm bekleckert, was diese Herausforderung nicht leichter machte. Aber er hat es, mit hohem Einsatz, geschafft, sie für sich zu gewinnen und jetzt sind die beiden ein Herz und eine Seele.

Ich freue mich. Sehr. Denn ein einigermaßen harmonisches Familienverhältnis ist mir schon sehr wichtig. Aber manchmal, ja, manchmal nervt das Ganze auch ein wenig. Francis hier, Francis da, Hauptsache Francis. Zoey ist erstmal nicht so wichtig. Das ärgert mich schon. Ab und zu. Denn meine Mutter sollte sich über Eines im Klaren sein:

Ohne mich gäb es  Francis für sie gar nicht. Und dass sie einen so tollen Schwiegersohn hat, ist und bleibt nunmal allein mein Verdienst. Das musste mal gesagt werden!  :-)

Deine/Eure/Ihre

Zoey

Kaufrausch auf Schwedisch

Oktober 12, 2009 at 10:18 | In 50er Jahre, Beziehung, Ehe, Gefühl, Leben, Liebe | Leave a Comment
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Zuerst einmal vorweg: Nein, ich habe nicht angerufen. Ich weiß, ich weiß, Ausreden zählen nicht, auch wenn ich genügend davon anzubieten hätte. Aber morgen, ja, morgen werde ich es tun. Versprochen. Vor allem mir selbst. Muss sein. Wenn nicht jetzt, dann mache ich es nie.

Der Tag heute war allerdings schon ziemlich stressig. Zwischen Packen und Streichen fanden wir einen „kleinen“ Moment Zeit, um ein großes, schwedisches Möbelhaus zu besuchen. Hach, ich liebe es.  Eigentlich wollten wir dort Beine für unseren Schreibtisch kaufen und das genau war letztendlich das einzige, was nicht im Einkaufswagen lag. Das ist ja, bekanntermaßen, ein Phänomen. Hier noch schnell ein Packet Kerzen, die Vase BOLLE (kostet nur 1,99 €) wird  auch gleich mitgenommen, und die schwedische Mandeltorte ist einfach ein Muss. Tja. Nun sind wir stolze Besitzer von 7 (!) Lampen, einer Backform, die aussieht, wie ein Pferd und einem neuen Besteck mit grünen Streifen. Aber – was eindeutig das Beste ist – ich habe nun ein Laptopkissen. Sehr praktisch. Das Ding hat sogar eine Handytasche, der Nutzwert dafür ist allerdings relativ gering. Aber was soll’s. Es war eine lohnende Anschaffung.farb

Morgen geht’s in den Baumarkt. Farbe für die neue Wohnung kaufen. ‘Sand’ für’s Wohnzimmer, Grün für das Büro, Weiß für’s Schlafzimmer und ein Zitronengelb und ein Hellblau für unsere 50er-Jahre Küche. Letztere wird dann noch mit Leoparden-Accessoires, alter Reklame und einer beleuchteten Uhr etwas aufgepeppt. Fehlt nur noch eine Jukebox, aber dafür müssen wir wohl zuerst einmal im Lotto gewinnen. Da wir ja aber nunmal Glück in der Liebe haben, sieht es mit dem Jackpot wohl eher düster aus…

In diesem Sinne, bringen Sie mal wieder ein wenig Farbe in Ihr Leben!

Deine/Eure/Ihre

Zoey

Ich gehe! Oder?!

Oktober 9, 2009 at 8:28 | In Gefühl, Leben, Liebe, Selbstbewusstsein | 8 Comments
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Wissen Sie, manchmal kommt man an den Punkt, an dem man etwas Anderes machen muss. Nicht, weil man es so gern möchte, sondern weil einfach die Zeit dafür gekommen ist. So geht es mir. Eigentlich schon länger, aber wenn es um lebensverändernde Entscheidungen geht, schiebe ich sie nur allzu gern Ewigkeiten vor mir her.

Ich liebe meinen Job. Und wenn ich sage „liebe“ dann meine ich das genau so. Es ist mehr Leidenschaft als Arbeit und trotzem ist es augenblicklich nicht gut für mich. Meine Motivation strebt, entgegen meiner sonstigen Einstellung, gegen null und wenn ich nach Feierabend nach Hause komme, bin ich froh, dass es vorbei ist. Was nicht daran liegt, dass ich den Job an sich nicht mag, sondern dass sich mein Arbeitsumfeld in den letzten Jahren drastisch verändert hat. xk

Mein bester Freund sagte gestern zu mir: wenn Du weiterkommen willst, musst Du gehen. Leider hat er recht. Ich habe in den vier Jahren, die ich nun dort bin, alles mitgemacht: ich war fast nie krank, stets zuverlässig und pünktlich und habe mir eine Menge Beine ausgerissen, um zu zeigen, dass ich mit Ehrgeiz und Liebe meine Arbeit erfülle. Allerdings bin ich in der Hierarchie so weit unten angesiedelt, dass das niemand merkt. Somit wird es auch nicht wirklich jemanden dort interessieren, wenn ich unglücklich bin. Dass ich mehr leisten kann, weiß niemand. Interne Bewerbungen landen im Müll, noch bevor sie überhaupt gelesen werden. So ist das.

Also muss ich, zumindest für eine Weile, diesen Ort verlassen. Schweren Herzens. Denn dort sind meine Wurzeln, ich habe Erfahrungen sammeln und Freunde finden können. Ich lasse nicht nur sie, sondern auch einen Teil meines Herzens dort zurück. Ich werde auch nicht ganz gehen, nur ein bisschen. Aber ich brauche jetzt ein wenig Abstand. Um mich selbst beruflich wieder zu finden und um vielleicht an einem anderen Ort mehr leisten zu dürfen. Dann werde ich, gestärkt durch neue Erfahrungen und Fähigkeiten, vielleicht wieder ganz zurück kehren. Wenn ich ehrlich bin, glaube ich das zwar nicht, aber man weiß ja nie.

Eine liebe Freundin und ehemalige Kollegin von mir ist diesen Schritt vor Kurzem bereits gegangen. Mit allen Konsequenzen. Und sie hat es bis heute nicht bereut. Ich werde es nicht nur einmal bereuen, soviel ist sicher. Aber wenn ich es jetzt nicht schaffe, dann schaffe ich es nie.

Drücken Sie mir die Daumen, ich muss jetzt ganz stark sein!

Deine//Eure/Ihre

Zoey

Liebeserklärung

Oktober 7, 2009 at 10:25 | In Beziehung, Ehe, Gefühl, Leben, Liebe, Selbstbewusstsein | 3 Comments
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23:42 Uhr. Zeit der Melancholie. Immer. Naja, sagen wir, oft. Deshalb verzeihen Sie mir, wenn ich jetzt einmal etwas gefühlsdusselig werde.

Inspiriert durch ein wunderbares Blog von Frau Lies von Lott, das ich hier nur wärmstens meinen Lesern empfehlen kann, habe ich mir meine Gedanken über die Liebe gemacht. Was ist das eigentlich? Und was bedeutet sie speziell für mich?

Francis ist meine erste große Liebe. Alles, was ich zuvor für irgendwelche Männer empfunden habe, glich nicht annähernd dem Gefühl, das ich heute in mir trage. Verliebtsein, schön und gut, auch das Nicht-Allein-Sein war ein entscheidender Faktor. Aber echte Liebe, mit allen Höhen und Tiefen, nein, das war es nie. Bis zu dem Tag, als ich meinen Mann kennenlernte. lilie

Meine Eltern waren damals im Urlaub. In Italien. Und trotz der hohen Telefongebüren kam ich nicht umhin, meine Mutter anzurufen und ihr mitzuteilen, den Mann meines Lebens gefunden zu haben. Was damals wohl in erster Linie aus der Verliebtheit heraus und nicht ganz ernst gemeint war, ist heute die Wahrheit. Francis hat mich zu einer liebenden Frau gemacht, die sich mit ganzem Herzen und vollem Bewusstsein auf das Abenteuer Beziehung, bzw. Ehe eingelassen hat.

Während der Verliebtheits-Phase ist man ja sooooo stolz. Man stellt seinen Freund in der Clique vor und beobachtet heimlich die neidischen Blicke der anderen Frauen. Man zeigt, dass man zusammen gehört und strahlt Selbstbewusstsein und Glück aus. Danach folgt die Phase des Alltags. Die berühmten Schmetterlinge machen längere Pausen, man gewöhnt sich aneinander, lernt die Eigenheiten des Gegenüber kennen und schlägt sich mit Rechnungen und müffelnden Socken herum. Und dann, ja, dann, verehrte Leser, dann kommt SIE! Die Liebe. Schleichend. Ohne sich groß anzukündigen. Sie ist einfach da. Ganz heimlich. Aber mit unglaublicher Macht.

Manchmal, wenn er am Rechner sitzt, schaue ich Francis an und empfinde ein tiefes Gefühl der Geborgenheit, Zuneigung und Dankbarkeit. (Ich muss zugeben, jetzt wird es arg schnulzig…) Ich mag es, wenn seine Haare nach dem Duschen in alle Richtungen stehen, ich mag seinen Gesichtsausdruck, wenn er sich auf irgendetwas konzentriert und ich mag es, wenn er im Supermarkt nicht an dem Regal mit der Müllermilch vorbei gehen kann. Ich liebe es, wenn er lächelt, wenn er mich vom Bahnhof abholt oder wenn er mit dem Hund im Garten spielt. Alltagserlebnisse. Nichts besonderes eigentlich. Aber genau DAS ist Liebe. Für mich.

Ein warmes, weiches Gefühl des Zuhause-Seins, des gegenseitigen Vetrauens und der gegenseitigen Anziehung. Unsere Liebe ist nicht perfekt. Aber genau das macht sie aus. Und ich möchte sie niemals wieder eintauschen.

Deine/Eure/Ihre

Zoey

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